Außer Spesen nichts gewesen
Handball-Regionalliga: Wölfe werden von Baunatal kurz vor Spielende abgefangen
Handball-Regionalligist HF Untere Saar hat das Spiel bei Eintracht Baunatal mit 31:35 (15:15) verloren. Mit zehn Punkten Rückstand auf den rettenden zehnten Platz gehen die Chancen der Wölfe im Abstiegskampf nun fast gegen Null.
Berthold Kreuser ärgerte sich über vergebene Chancen.
Von SZ-Mitarbeiter
Roland Schmidt
War’s das jetzt? Haben die Handballfreunde Untere Saar mit der bitteren 31:35 (15:15)-
Schlappe in Baunatal ihre letzte Chance im Regionalliga-Abstiegskampf verspielt? „Die Aussicht ist jetzt schwindend gering, die Lage fast aussichtslos“, seufzte Berthold Kreuser nach der 16. Niederlage.
Besonders ärgerlich für den nach der Saison scheidenden HFTrainer:
Wie (viel) zu oft in dieser Spielzeit hielt Merzig die Partie lange offen, um am Ende doch wieder um den verdienten Erfolg betrogen zu werden. „Das Ergebnis sagt nichts aus“, schnaubte Kreuser tief durch, „wir sind erneut auf der Zielgeraden gescheitert.“ Nach einem Duell auf Augenhöhe lag Merzig beim starken Aufsteiger in der 56. Minute nur mit 31:32 hinten. Ihre letzten drei Tore erzielten die Gastgeber erst kurz vor Schluss. „Wir mussten volles Risiko gehen und fingen uns Gegentore ein“, beschreibt der HF-Teamchef die bitteren Schluss-Szenen.
Vor der Partie bei Eintracht Baunatal war die Bekanntgabe seiner Vertrags-Beendigung das beherrschende Thema gewesen.
Es stellten sich also die Fragen: Wie wird das Team reagieren?
Überwiegt der Schockzustand, oder kommt nun doch eher die in solchen Situationen nicht seltene „Jetzt-erst-Recht-Mentalität“ zu Tage? „Die Jungs haben professionell reagiert. Sie haben das umgesetzt, was wir vorhatten und alle anderen Themen ausgeblendet“, stellte Kreuser erfreut fest. Und so sah es in der Max-Riegel-Halle vor 350 Zuschauern lange so aus, als ob dem Tabellen-14. beim Sechsten eine Überraschung gelingen könnte.
Nach einem offenen Schlagabtausch erzielte HF-Linksaußen Alexander Bochem mit dem Pausenpfiff den 15:15-Halbzeitstand.
Mit großem Elan stürmten die Saarländer aus der Kabine und gingen in der 38. Minute mit 19:16 in Front. „Dann haben wir zwei Bälle frei vor dem Tor versiebt.
Ein Knackpunkt“, stellte Kreuser frustriert fest. Statt den Vorsprung auszubauen, ließen die Handballfreunde den Gegner
wieder aufkommen. Bis zum 31:31 (56.) schenkten sich die Aufsteiger nichts. Viel Wurfpech brachte die Saarländer schließlich
auf die Verliererstraße. Am Ende hieß es wie so oft: „Außer Spesen nichts gewesen!“
Eine traurige Einsicht, die sich wie ein roter Faden durch die Saison der vom Pech verfolgten Merziger (die Torjäger Andy Dörr
und Steffen Kellendonk fehlten fast in allen Spielen) zieht. „Wir hätten uns über eine Niederlage nicht beschweren dürfen“, erkannte auch Eintracht-Coach Arnd Kauffeld. Kreuser nutzte dies wenig. Mit zehn Punkten Rückstand auf den rettenden
zehnten Platz hat er den Klassenverbleib quasi abgehakt.
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